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Eine astronomische Vorschau auf das Jahr 2005

Auch im Neuen Jahr 2005 ist es mir eine Freude, die Leser des Ostsee-Anzeigers über Aktuelles am Sternhimmel zu informieren. Wie wir von vielen Besuchern der Sternwarte und aus zahlreichen Anfragen wissen, interessieren sich viele Menschen für den Himmelslauf und den Stand der Gestirne. Deshalb soll am Anfang des Jahres ein kleiner Überblick über die wichtigsten astronomischen Ereignisse des Jahres 2005 stehen.

Neben den hellsten Fixsternen, die in Form der typischen Sternbilder in den verschiedenen Jahreszeiten zu sehen sind und die im Verlaufe eines jeden Jahres stets den gleichen Anblick bieten, sind es insbesondere die Objekte des Sonnensystems, die sich im Jahreslauf verändern und Anlass zu interessanten Beobachtungen geben.

In diesem Jahr gibt es zwei Sonnenfinsternisse auf der Erde zu beobachten. Die totale Sonnenfinsternis vom 08.04.2005 wird man jedoch von Europa aus nicht sehen können, sie ist nur im Pazifikraum zu beobachten.  Die ringförmige Sonnenfinsternis am 03.10.2005 ist über Teilen Europas und Afrikas zu bewundern, von Deutschland aus wird man sie jedoch nur als partielle Finsternis erleben können.

Der Komet „Machholz“ (C/2004 Q2), der seine Bahn durch die Sternbilder Stier und Perseus zieht, erreicht in den ersten Wochen des Jahres seinen kleinsten Abstand zur Erde. Danach nimmt seine Helligkeit langsam ab. Allerdings ist er nur mit einem Fernglas gut zu erkennen.

Von den Planeten des Sonnensystems sind zu Jahresbeginn die beiden Riesenplaneten Jupiter und Saturn gut zu erkennen. Der Ringplanet Saturn kommt schon am 14.01. in Opposition zur Sonne. Das bedeutet, dass er in diesen Wochen die ganze Nacht über optimal im Sternbild  Zwillinge zu beobachten ist. Bereits mit einem kleinen Fernglas kann man dann bei guten Sichtverhältnissen die Ringe erkennen. Jupiter, der Gigant unter den Planeten, erreicht seine Oppositionsstellung dann am 03.04.2005. Zu dieser Zeit befindet er sich im Sternbild Jungfrau. Wer dann mit einem Fernglas zu diesem Planeten schaut, wird unschwer auch die vier großen Galilei’schen Monde des Jupiter beobachten können. Mars, der äußere Nachbarplanet der Erde, wird sich erst im Herbst die ganze Nacht über am Himmel blicken lassen. Er kommt am 07.11.2005 im Sternbild Widder in Opposition zur Sonne. Der rötliche Mars wird dann als auffällig helles Gestirn sicher die Blicke vieler Sternfreunde auf sich ziehen.

Der Erdtrabant wird in diesem Jahr zweimal den hellen Stern Antares (Hauptstern des Skorpion) bedecken: am 04.02. gegen 05 Uhr und am 26.04. gegen Mitternacht. Da der Mond seinen monatlichen Umlauf um die Erde in der Nähe der Ekliptik vollführt, kann es dazu kommen, dass er andere auffällige Himmelsobjekte, die ebenfalls in der Nähe der Ekliptik stehen (wie z.B. Antares) gelegentlich für kurze Zeit verdeckt.

Mitte August wird man auch wieder viele Sternschnuppen des Perseiden-Stromes sehen können – aber eigentlich entdecken aufmerksame Himmelsbeobachter fast in jeder klaren Nacht die eine oder andere Sternschnuppe.

Über die astronomischen Ereignisse des vor uns liegenden Jahres werden wir zu gegebener Zeit ausführlicher berichten. Wir wünschen uns auch 2005 viele klare Beobachtungsnächte und weiterhin viele interessierte Besucher in der Greifswalder Sternwarte.

Dr. Holger Kersten

Abbildung: Jupiter und Saturn, wie sie mit dem Fernrohr der Greifswalder Sternwarte zu sehen sind

 

für Berichte und Bilder zurückliegender Ereignisse und Veranstaltungen bitte ins Archiv

 

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letzte Aktualisierung: 19.12.07 11:19 Page: 34