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Sternhimmel im Monat April 2005 : Mond begegnet Antares
Die imposanten Wintersternbilder verschwinden nun zusehends im Westen in der Abenddämmerung: Zuerst Stier, Orion und auch Sirius im Großen Hund, zuletzt die Zwillinge. Nur Kapella, der hellste Stern im Sternbild Fuhrmann, geht nicht unter. Dieser Stern ist für unsere Breiten zirkumpolar, d.h. er befindet sich ständig über dem Horizont.
Nachdem bereits im März die Sonne den Himmelsäquator von Süd nach Nord überquert und damit den astronomischen Frühlingsanfang markiert hat, beherrschen nun auch nachts die typischen Frühlingssternbilder das Firmament. Hoch im Süden steht der Löwe mit dem hellen Stern Regulus. Ihm folgt in südöstlicher Richtung die Jungfrau mit Spica. Im Osten hat sich der Bärenhüter (Bootes) mit dem rötlichen Hauptstern Arktur inzwischen weit über dem Horizont erhoben. Arktur ist einer der hellsten Fixsterne der nördlichen Himmelshalbkugel. Verlängert man in Gedanken die Deichsel des Großen Wagen, der zu dieser Jahreszeit fast im Zenit steht, so findet man diesen Stern ganz leicht. Im Nordosten kommen im Laufe der Nacht bereits die Nördliche Krone, Herkules, die Leier und das Sternbild Schwan als typische Vertreter des Sommersternhimmels herauf.
In den Abendstunden des April kann man die beiden Riesenplaneten Saturn und Jupiter am Himmel bewundern. Saturn, der „Herr der Ringe“, befindet sich im Südwesten in den Zwillingen, während Jupiter als gleißend helles Gestirn in der Jungfrau weiter östlich steht. Schon mit einem mittleren Feldstecher kann man die vier größten Monde des Jupiter als kleine Pünktchen erkennen.
In der Nacht vom 26. auf den 27.04.05 kommt es unmittelbar nach Mondaufgang um Mitternacht zu einer eindrucksvollen engen Begegnung des Erdtrabanten mit dem hellsten Stern im Sternbild Skorpion – Antares. Für einige Regionen Mitteleuropas kommt es dabei sogar zu einer Bedeckung von Antares durch den Mond. Die Höhe des Mondes über dem Horizont beträgt allerdings nur wenige Grad. Um also dieses Himmelsereignis beobachten zu können, braucht man in südöstlicher Richtung freie und klare Sicht zum Horizont.
Sternbedeckungen durch den Mond sind nichts Seltenes: Der Mond umkreist die Erde einmal in 27,3 Tagen. Dabei schiebt er sich immer wieder vor Sterne, die entlang seiner Bahn stehen. Nun ist Antares an der Reihe. Leider sind Sternbedeckungen – ähnlich wie Sonnenfinsternisse – nicht überall auf der Welt zu sehen. Kann man an einem Beobachtungsort die Bedeckung verfolgen, so sieht man an anderen Standorten, wie der Mond den Stern knapp verfehlt.
Die Besonderheit ist, dass der Mond diesmal einem besonders hellen Stern begegnet. Antares im Skorpion zählt zu den 15 hellsten Sternen am ganzen Himmel. Seinen Namen verdankt er übrigens seiner rötlichen Färbung: „Ant-Ares“ ist Griechisch und heißt so viel wie „Gegen-Mars“, denn dieser Stern hat eine ähnliche Farbe und Helligkeit wie der Rote Planet. Allerdings handelt es sich bei Antares um einen Riesenstern von etwa 600 Mio. km Durchmesser. Stünde er an Stelle unserer Sonne, so würde er nicht nur die Erde verschlucken, sondern auch noch über die Bahn des Mars hinausragen. Gleichzeitig ist seine Oberflächentemperatur mit ca. 3100°C nur gut halb so hoch wie die der Sonne – daher auch die rötliche Farbe. Obwohl Antares erheblich kühler als die Sonne ist, strahlt er doch auf Grund der weitaus größeren Oberfläche viel mehr Energie ins All ab. Er ist im Bereich des sichtbaren Lichts etwa 12000mal so hell wie die Sonne. Solche rötlich strahlenden, extrem hellen Sterne nennt man „Rote Überriesen“. Sie stehen bereits am Ende ihres Sternenlebens und haben ihren Brennstoffvorrat schon fast aufgebraucht. Das Tierkreissternbild Skorpion steigt bei uns in Mitteleuropa leider nie vollständig über den Horizont; nur in südlicheren Gefilden kann man dieses prächtige Sternbild ganz sehen. Damit steht auch Antares immer nur in der Nähe des südlichen Horizonts. Anfang Juni kann man etwa um Mitternacht im Süden den Skorpion am besten sehen.
Nähere Informationen über den Sternhimmel kann man bei einem Besuch in der Greifswalder Sternwarte oder telefonisch unter 03834/864708 erhalten.

- Abbildung: Der Mond begegnet dem Stern Antares im Skorpion (Computersimulation)
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