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Mondfinsternis
in der Nacht vom 03. zum 04. März 2007
Nachdem die letzte in Mitteleuropa beobachtbare Mondfinsternis vom 28.10.2004 nun schon wieder fast zwei einhalb Jahre zurück liegt, steht uns nun wieder ein solches Himmelsereignis ins Haus. Sollte der Himmel in der Nacht vom 03. zum 04.03.2007 klar sein, herrschen beste Beobachtungsbedingungen für diese totale Mondfinsternis. Zum einen findet die Verfinsterung um Mitternacht herum statt – also wenn der Vollmond seinen Kulminationspunkt passiert – und zum anderen ist es Wochenende, so dass man am darauf folgenden Sonntag nach durchwachter Nacht länger ausschlafen kann.
Am späten Abend des 03.03.2007, wenn der Erdtrabant am Firmament im Sternbild Löwe nicht weit vom Stern Regulus und im Reigen mit dem Ringplaneten Saturn steht, wird er für einige Zeit vom Erdschatten verfinstert.
Zu einer Mondfinsternis kommt es, wenn der Vollmond ganz oder teilweise in den Kernschatten der Erde wandert. Da die mittlere geometrische Länge des Kernschattenkegels der Erde etwa 217 Erdradien beträgt, die mittlere Mondentfernung aber nur 60 Erdradien, ist der Durchmesser des Kernschattens in dieser Entfernung wesentlich größer als der Monddurchmesser selbst, so dass es zu einer totalen Verfinsterung kommen kann. Die Dauer kann maximal 1h40min betragen, falls der Mond den Erdschatten zentral passiert und er sich in Erdnähe befindet. Mondfinsternisse sind für alle Orte beobachtbar, für die der Mond zum Zeitpunkt dieses Ereignisses über dem Horizont steht.
Damit eine Mondfinsternis eintritt, muss sich der Mond in Oppositionsstellung zur Sonne befinden. Dann steht er in Bezug auf die Erde genau der Sonne gegenüber: Es ist Vollmond. Dies allein reicht aber noch nicht für eine Finsternis aus, sonst wäre schließlich jeden Monat zur Vollmondzeit eine Verfinsterung. Darüber hinaus muss sich der Mond auch im Schnittpunkt seiner Bahn um die Erde mit der Ekliptik – der Bahn der Erde um die Sonne befinden. Diese Schnittpunkte nennt man die Mondknoten. Das der Erdtrabant gerade zur Zeit des Vollmondes in einem Knoten steht und es somit zur Finsternis kommt, ist relativ selten. Allerdings wiederholen sich die Konstellationen langfristig in präziser Reihenfolge.
Wenn sich der Mond vollständig im Kernschatten der Erde befindet, dürfte er eigentlich gar nicht mehr sichtbar sein. In der Tat wird der helle Vollmond sehr stark verdunkelt – die Brechung und Streuung des Sonnenlichts in der Erdatmosphäre sorgen aber dafür, dass noch ein gewisser Lichtanteil in den Schattenkegel der Erde gelangt und unser Himmelsnachbar schwach in einem kupferfarbenen Licht zu sehen ist.
Wie sieht nun der genaue Verlauf der Mondfinsternis am 03./04.03.2007 für Greifswald und Umgebung aus? Der Beginn der totalen Verfinsterung, d.h. der Zeitpunkt, zu dem der Mond in den Kernschatten der Erde eintritt, ist um 22:30 Uhr. Der Mond steht zu diesem Zeitpunkt im Südosten etwa 35° über dem Horizont. Um 23:44 Uhr wird sich der Erdtrabant vollständig im Kernschatten befinden, damit beginnt die Phase der Totalität. Dieser eindrucksvollste Abschnitt der Verfinsterung erreicht um 00:21 Uhr sein Maximum und dauert bis 00:58 Uhr. Schließlich wandert der Vollmond langsam aus dem Kernschatten heraus, den er um 02:12 Uhr verlassen haben wird. Zu jener Zeit steht er dann im Südwesten.
Da der Mond relativ hoch über dem Horizont steht, sind die Beobachtungsbedingungen nahezu ideal. Vorausgesetzt, es ist klare Sicht und wolkenlos, wird es auch diesmal wieder ein spektakuläres Himmelsschauspiel sein. Bei gutem Wetter öffnet die Greifswalder Sternwarte (Domstr.10a, Physikalisches Institut), um den interessierten Besuchern die Mondfinsternis am Fernrohr zu erklären. Geöffnet ist ab 22:00 Uhr, Einlass ist dann zu jeder weiteren vollen Stunde. (Nähere Informationen auch telefonisch unter 03834/554415.) Übrigens: die nächste Mondfinsternis ist am 21.02.2008 …
Holger Kersten

- Abbildung: Entstehung einer totalen Mondfinsternis
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